Samstag, 3. März 2012

niemandsland


Bevor die
menschen sie
mit dem namen
raben versahen
sangen sie
gehüllt in den umhang
aus nachtschwärze
tage
ohne stundenschlag

die alten raben sagen
die tage
des kahlfressenden
homo sapiens
seien gezählt
sein land
werde wieder niemandes
oder
aller land sein
erfüllt vom gesang
namenloser

Freitag, 20. Januar 2012

königin der nacht

du sagtest
ihre schönheit reiche
mein restliches leben
nichts anderes
wolle ich mehr sehen
danach

du riefst mich
ins gewächshaus
zur geöffneten
blüte

doch todesfern
verweigerte ich mich
ihrem geisterstundensog

ich wandere an mondtagen
auf butterblumenpfaden
der langen letzten nacht
entgegen

Flashmob

auf dem alexanderplatz stehend / mit aller kraft / vorbeikommenden / peace will come / ins gesicht singen / bis auch sie es schmettern / mitkommen zum bundestag / immer mehr / möcht ich / schließen sich an / können nicht anders / die wachleute zücken / ein liederbuch und / stimmen ein / der chor der abgeordneten tönt / panzer zu pflugscharen /

auf dem alexanderplatz stehend / mit aller kraft / vorbeikommenden / peace will come / ins gesicht singen / bis der wachdienst / vom kaufhof / die gepanzerten schützer unserer ordnung ruft / ich werde gesalzen und / vor allem gepfeffert / in ihre wanne geworfen / gelangweilte blicke / sehen mich schon dort / wo ich / wohl hingehöre 

Samstag, 7. Januar 2012

Vision?

Nach dem letzten Krieg,
dem ohne Nummer,
vereinen wir uns
zu freiheitlich-leukämischen Tänzen.

Wenn
in ferneren Halbwertzeiten
außerirdische Geigerzähler
Spuren versunkener Kulturen suchen,
leuchten unsere Knochen
ihrem Knacken entgegen.

Freitag, 6. Januar 2012

Memories

Meine Finger
strichen mit warmem Öl
über deine Haut.
Die wird sich
noch an mich erinnern,
wenn du
mich längst
vergessen hast.

Du
wecktest Worte
in mir.
Die werden 
noch an dich erinnern,
wenn ich
dich längst
vergessen habe.

Beim Finden
in blauen Stunden
versichern wir einander,
wir vergessen uns nie.

Freitag, 18. November 2011

Auf deiner Wiese

wenn ich
dem stöckchen
werde nachgelaufen sein
wirst du mich fragen
na was bringst du mir denn da
und ich werde
hecheln und wedeln
und du wirst sagen
ein wir
brav
ein schönes wir
und so
bekomme ich
mein liebstes leckerli
dich
wie ich dich will
und so mache ich
mich drehend
männchen
und warte
auf die stöckchen
die du wirfst

Donnerstag, 17. November 2011

versuchung

wasser so klar

berauscht wie

blutender wein

umwege ins dunkel

nicht fern

rasende unfälle

mit abblendlicht

warme in kalter

kalte in warmer hand

raschelmusik

sterbenden buntlaubes

die wirklichkeit

findet küsse

nur im abschied

lichtbogen

entschweißen

keuschheitsgürtel der vernunft

nur im parallelen

wortuniversum

zur lava der begegnung

als voyeur

lacht der nächste winter

hinter halb entblößter buche

die wir ohne

sich entladende blitze

nicht suchten