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Freitag, 30. September 2011

Haltepunkt

Manchmal möcht´ ich all den Modder überspringen
Sieben Meter aus dem Stand, noch besser zehn
Möchte aufwärts fliegen
Lieder singen
Statt mürrisch Stuf´ für Stufe hoch zu gehen
Als würd´ dies frische Luft bedeuten
Möchte gleich zum großen Sturme läuten
Statt dass ich euer letztes Wort ertrage
Stell ich
Was wahr scheint
Noch in Frage

Dann seh ich meine Wegmarkierung wieder
Knie traurig grübelnd vor ihr nieder
Bin ich erneut im Kreis gelaufen?
Sind es die alten
oder neue Hundehaufen?

Freitag, 16. September 2011

Kunstbekenntnisse


Selten
bin ich
Realist.
Dann schreibe ich Science Fiction.

Gelegentlich
erkenne ich,
was ich alles nicht über die Liebe weiß.
Dann schreibe ich Liebesgedichte.

Oft
möchte ich
die ganze Welt verstehen.
Dann küsse ich den geknüpften Strick.

Samstag, 27. August 2011

leben um

lernen
um zu arbeiten
arbeiten
um zu erwerben
erwerben
um weiterzugeben
weitergeben
um unsterblich
zu scheinen
wann endlich ohne 
um zu

Dienstag, 23. August 2011

chamäleon


in meinem aquarium
schwimmen
ungeborene identitäten

manchmal
schenke ich dir
welche

seltsam
du 
bist nur
du 

Montag, 22. August 2011

Menschwerdung



wann endlich
werde ich frei sein?
niemand steckt
mir mehr
seine keycard
in den schlitz und
ich arbeite 
sein programm ab


wann endlich
programmiere ich 
mich selbst?


Samstag, 20. August 2011

trotzkopf


in mir
stampft
ein kleiner junge
mit dem fuß
weint
schreit
seine wut heraus
über den mann
der duldet

Montag, 8. August 2011

Pechzeit


Als sich meine ersten
Flocken der Phantasie
in Wortkeschern verfingen,
war Frau Holles Bett noch
daunig dick.

Heute kehrt
Oma Holle wieder
von der Kaffeefahrt 
mit Lamadecken
gegen ihr Rheuma

Zittrig und blind
ruft sie mich,
Gold-Marie,
bist du zurück?


Sonntag, 7. August 2011

paradox

  
meine schuld
glaube ich
ist es
nicht
dass ich
in anderer zeit
leben möchte
trotzdem
hauche ich
vorwürfe an
mein spiegelbild

Donnerstag, 4. August 2011

Reflexion eines Pessimisten


Die Tage sind
nicht die schlechtesten,
an denen ich
nicht Recht habe.

Aber
indem ich sie
herbeisehne,
vertreibe ich sie
.

Dienstag, 26. Juli 2011

selbstbewusst

ich stehe mit
geschwellter brust
vor der treppe
die zur rakete führt
und suche den
der für mich
aufsteigt

Samstag, 16. Juli 2011

Knockin`... covern



ich sah sie
an die himmelstür
klopfen
kein schmerz im herzen
nur an den handknochen
sie krallten nach
sternen in gold
ihre selbstachtung
fiel zu boden 
   
mir legte sich 
eine große schwarze wolke
aufs herz und 
ich klopfte
an die tür
des vergessens

auch mir
wurde nicht aufgetan

Freitag, 15. Juli 2011

in meinem terrarium ...

warten
identitäten
auf verwandlung
in mein ich
bei gefahr bieten sie mir 
ihre gewechselten farben
ich spotte vergangenen
beschreibungen

behalte aber
das rot

Donnerstag, 14. Juli 2011

leben schreien

lasst mich
salz in meine wunden krümeln
tanzen
auf dem heißen sand
spuren setzen
bis der wind
sie glättet

Mittwoch, 13. Juli 2011

Ersatz


Blumensamen
auf Gräber streuen
im Gedicht

Liebe
empfangen
im Gedicht

Leben
leben
im Gedicht

ohne Gedicht
welch Leben

Montag, 11. Juli 2011

Wölfische Reise


über mir
ein voller mond
ich schließe
die augen
steige in
mein lied
treibe
mit dem großen wagen
über den orion
zum kreuz des südens 
uferlosen ozeans
richtung sirenenland
und
erwache
von meinem heulen

Freitag, 1. Juli 2011

In der Dämmerung

Es gleicht das Leben einem Spiel.
Es macht mich krank wie Sucht.
Und manchmal wird es mir zu viel;
Dann hoffe ich auf Flucht.

Ich frage mich, wie mach ich´s bloß?
Wann lass ich davon ab?
Werd ich das Leben niemals los,
versenkt in stillem Grab?

 Schon fängt die nächste Runde an,
ich seh´ mich sie verlier´n
Am Ende wieder hintendran,
stets fünfter unter vier´n.

Nur manchmal beim Spazierengehn
umarm ich meinen Baum.
Ich hab mich drunter ruhen sehn.
Noch flieh ich diesem Traum.

Dienstag, 28. Juni 2011

allein



Ich rufe
niemandem zu
mir nach!

Es ist noch nicht
zeit für
kleider meiner wahl

Alte Flicken
machen mich
neu.

Kein kult der kriege
keine unterwerfung
unter meiner haut

nur ich

Sonntag, 26. Juni 2011

Absage



Bleib allein
an der Börse
unterm Dach
des Dax


Ich 
bin keine Aktie
steige nicht
falle nicht

Ich gehe 
zurück zu
weisen Eulen 
und verstopfe
meine Ohren 
dem Sirenenlied
deiner Kröten

Samstag, 25. Juni 2011

Komm doch


Der Tür
zu meinem Ich
fehlen die Klinken.
Den Schlitz
für den Chip
haben Maler
überstrichen.
Allen Schall
schlucken Wände.
Eine einsame Kartentasche
schweigt im
chaotisch verlassenen
Draußen.
Wo ist
mein Wille?

Mittwoch, 22. Juni 2011

gefangen

Du entkommst ihnen nicht.

Herz, hör auf,
was trommelst du Signale?

Ringsum Stacheldraht
NATOmodern
unter Strom
in Erwartung
des Ausbruchs

Du fühlst,
was ich täglich
nicht sehe

Enkel gestriger wie
Vorfahren morgiger Verbrecher
grinsen herab
von mächtigen Wachtürmen.

Ach, Herz,
mein schwaches,
dann trommle eben,
egal
wer dich nicht hört.