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Donnerstag, 7. Juli 2011

Volkslied – leidkulturisch


Wir sind nur ein harmloser Trachtenverein
mit Politischem nichts am Hut.
Wir lassen nicht jeden Fremden rein
nicht Dönerfresser, nicht Jud.

Und sollte was Anderes Mode sein
Multikulti und Fidschi-Kultur.
Dann stopfen wir Neger in die Ledernen rein
und kringeln vor Lachen uns nur.

Ja, am Berg da singt man das Deutschlandlied -
das ganze, so wie sichs gehört.
Weil man hier voll Inbrunst durchs Heimatland zieht
und der Hirsch auf den Lichtungen röhrt.

Wir lieben den Trenker, die Erika.
Wir lieben das Land, wie es wächst.
Und in Breslau da wärn wir als erste da
und schwarz-braun ist unser Text.

Dienstag, 14. Juni 2011

Lied vom schwarzen Schaf


Sind wir in unsre Zeit 
als Schaf hineingeboren
in eine Herde, die nur folgsam bleibt?
Der Hunde Bellen klingt 

vertraut in unsren Ohren.
Und richtig scheint, wohin der Schäfer treibt.
So schwarz erscheint das Schaf, das dagegen spricht.
Oder nicht?

Wir sind so dankbar glücklich 
für den grünen Rasen,
den wir bekauen, bis kein Halm mehr steht;
wir sind gehorsam, wenn 

die Hörner blasen,
dass es für uns zum Scheren geht.
So schwarz erscheint das Schaf, das dagegen spricht.
Oder nicht?

 Doch hofft ich, dass wir Menschen werden,
die nicht den Schafen gleichen hier auf Erden
,
mit Geist an Stelle geldzerfressnem Gammel,
nicht eingepasst in eine Herde Hammel.
Uns fehlt das schwarze Schaf, das dagegen spricht.
Oder nicht?

Freitag, 10. Juni 2011

Moritat vom Tal der Blinden



Oh, höret die Geschichte,
was einst geschehen ist.
Es hatte angefangen
vor unbekannter Frist.
Vielleicht war es das Wasser,
vielleicht die schlechte Luft:
Wer lange lebt im Tale,
gewöhnt sich an den Duft.
Wer lange lebt im Tale,
gewöhnt sich an den Duft.

Es ist, wie schlimm, geschehen,
dass niemand mehr was sah,
von seinem grünen Tale,
der Sonne, wunderbar.
Bald wurde dort geboren
ein jedes Unschuldskind
mit eben jenem Makel:
Die Augen waren blind.
mit eben jenem Makel:
Die Augen waren blind.

Jedoch der Kreis der Menschen
hat später es geschafft,
zu sehen ohne Augen
durch Ohr und Geisteskraft.
Sie fanden eine Höhle
für ihre Sicherheit.
Der Sonne Licht und Bilder -
längst nur Vergangenheit.
Der Sonne Licht und Bilder -
längst nur Vergangenheit.

Die Schönheit der Geschlechter
als Bild sich schnell verlor;
doch durch der Finger Spitzen
war warm sie wie zuvor.
Das Tal war abgeschieden,
die Höhle unbekannt.
In Hunderten von Jahren
kein Mensch sie wiederfand.
In Hunderten von Jahren
kein Mensch sie wiederfand.

Ein Flugzeug, das schon brannte,
gab den Piloten frei.
Am Fallschirm ging er nieder
ins Tal der Blindenei.
Der Mann sah dort ein Mädchen
beim Höhleneingang stehn.
Das hatte blonde Haare,
war blass, doch wunderschön.
Das hatte blonde Haare,
war blass, doch wunderschön.

Der Mann ging hin es küssen,
es blieb leicht zitternd stehn.
Er haucht ihr in die Ohren,
wie herrlich, dich zu sehn.
Sie hat ihn nicht verstanden,
was er damit gemeint,
doch weil sie Liebe fühlte,
sich zart mit ihm vereint.
doch weil sie Liebe fühlte,
sich zart mit ihm vereint.

Die Andren sind gekommen
bald in der Abendstund´
Das Paar gab voll Entzücken
die reine Liebe kund.
Man hat sehr wohl empfunden
des Mannes Eigenheit.
Doch war man noch gewogen
der Liebe Mächtigkeit.
Doch war man noch gewogen
der Liebe Mächtigkeit.

Der Mann war voll Entsetzen:
Ihr seid ja alle blind!
Verstand nicht ihre Worte
vom Fühlen zart im Wind.
Er fand der Blindheit Wurzel,
er fand der Rettung Weg.
Doch niemand ist gegangen
auf seinem lichten Steg.
Doch niemand ist gegangen
auf seinem lichten Steg.


Du kannst das Mädchen haben,
doch bist du krank, kannst sehn.
Wie willst du wie wir fühlen;
wie willst du uns verstehn.
Du sollst ein unsrer werden,
von Krankheit ganz geheilt.
Nur wer wie wir so blind ist,
voll Glück im Tal verweilt.
Nur wer wie wir so blind ist,
voll Glück im Tal verweilt.

Die Liebe war so mächtig,
das Universum fern.
Der Mann hatte das Mädchen
so wie die Sonne gern.
Am Tage seiner Hochzeit
die Augen waren leer.
Er ließ vom Weib sich führen;
er nahm es noch nicht schwer.
Er ließ vom Weib sich führen;
er nahm es noch nicht schwer.

In all den spätren Jahren
hat Fühlen er gelernt,
doch blieb trotz größter Mühe
von allen er entfernt.
Es wurd ein Kind geboren,
das in die Höhle schaut.
Zuerst war es mit Fühlen
und dann mit Seh´n vertraut.
Zuerst war es mit Fühlen
und dann mit Seh´n vertraut.

Die Eltern wollten hüten
das fehlerhafte Kind.
Das war nicht wie die Andern,
zwar hörend, doch nicht blind.
Die Eltern hießen´s schweigen,
so lang es möglich war,
doch wuchs, entdeckt zu werden
alltäglich die Gefahr.
doch wuchs, entdeckt zu werden
alltäglich die Gefahr.


Der Mann ist fortgezogen,
das Kind hat ihn geführt.
Es hat die Welt gesehen,
es hat die Kraft gespürt.
Doch denkt es an die Mutter,
der Mann denkt an sein Weib,
von dem er fortgezogen
trotz Flehen, bitte bleib.
von dem er fortgezogen
trotz Flehen, bitte bleib.

Nun kann der Mann nicht sehen
in seiner eignen Welt.
Gar mancher stellt ihm Beine,
zu sehen wie er fällt.
Er möchte gerne retten,
sein Weib, von Liebe still,
und dass sie letzten Endes
auch selber sehen will.
und dass sie letzten Endes
auch selber sehen will.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Voices


Ich suchte in seinem Gesicht;
das Gewisse aus früheren Jahren
Mich täuschte das Dämmerlicht.
Im Krieg hat er sich erst erfahren.

Geleert ist sein Whiskyfass
geputzt mit Wodka, Tequila,
tief unten, rauchig und nass,
geschwärzt eine Tonkamarilla.

Und du, du zwitscherndes Blumenkind,
so rein wie kreolische Glocken
fragtest, wo all the flowers sind,
um zu rühren, den Kriegsweg zu blocken.

Heut such ich Gesang von empörtem Gewicht,
bin wohl taub oder alt, denn ich höre ihn nicht.

Freitag, 29. April 2011

Das Spiegellied


 
Ich wollte zu dir finden,
doch ich fiel mit der Tür ins Haus.
Und 1000 Spiegel zerbrachen
und ich sah so bloßhäutig aus.

Das strahlende Licht von draußen
drang nicht bis zum Schmerz in mir
1000 Spiegel hatt´ ich zertrümmert
doch sah ich so wenig von dir.

1000 Spiegel verdeckten das Draußen
und ich wollt´ dich so gerne befrein
Und ich sah dein Ich nur in Spiegeln
und ich stürzte mich gradwegs hinein

Jetzt habe ich dich verloren
vielleicht weinst auch du nun allein.
Die Splitter in meinen Poren
stecken tief, zum Entfernen zu fein.