Dienstag, 3. Mai 2011

Ein Gedicht über ein Gericht


Zwei Rindsrouladen träumten in der Dose
gefüllt mit mehlgepanschter Soße
von einer Zunge Feingeschmack
und auf der Dose glänzte Lack.

An einem schönen Sonnentage
vielleicht war´s regnerisch sogar
veränderte sich ihre Lage,
nachdem die Dose offen war...

Des Hobbykoches leichte Hand
zielt in die Pfanne sehr galant,
mit einem Dosenwendegriff
wozu er höchst vergnüglich pfiff.

Doch dabei merkt er voll Entsetzen,
Rouladen sind nicht rauszuhetzen.
Nur übertrieben, wild und toll
aus jener Dose Soße quoll.

Die beiden Rollen stoßen, drücken,
und klemmen aneinander fest,
sind zu befreien nur in Stücken.
Wie Rindergulasch wirkt der Rest.

Der Hobbykoch, er führt sodann
den Gast zum Wirt, der kochen kann,
bemerkt nicht an der Sonntagshose
die Tropfen der Rouladensoße.

Zum Schluss hat jeder einen Schaden:
der Koch, die Hose, die Rouladen.
Vielleicht, das hätte mehr Gewicht,
die Liebe mit dem Gaste nicht.

Bedenke beim Verführung wagen,
die Liebe geht auch durch den Magen,
und gibt’s nur Dosenfleisch zu futtern,
schmeckt selten es grad wie bei Muttern.

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